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G7 muss bei Ernährungssicherheit in Afrika umdenken

Die mächtigsten Länder der Welt dürfen nicht länger Politik auf Kosten der afrikanischen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern machen

PRESSEMITTEILUNG

Brüssel. Vom 7. bis 8. Juni findet unter deutschem Vorsitz der G7-Gipfel in Elmau statt. Maria Heubuch, Mitglied im Entwicklungsausschuss und im Landwirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments, appelliert an Bundeskanzlerin Merkel und die Vertreter der teilnehmenden Industrienationen, bäuerliche Rechte auf Zugang zu Land und Saatgut zu respektieren. Die „G7 Neue Allianz für Ernährungssicherheit in Afrika“ sei diesem Ziel abträglich, so die Abgeordnete der Grünen, die selbst Bäuerin ist.

„Die sieben mächtigsten Länder der Welt dürfen nicht länger Politik auf Kosten der afrikanischen Kleinbäuerinnen und -bauern machen. Die G7 Neue Allianz legt ihren Schwerpunkt auf sichere Rahmenbedingungen für finanzkräftige Investoren und nimmt dabei in Kauf, dass der Zugang zu Land und Saatgut für Bäuerinnen und Bauern weiter eingeschränkt wird. Es ist zu verurteilen, dass afrikanische Länder auf Druck der G7 ihre Land- und Saatgutgesetzgebung umschreiben müssen, um an dieser Initiative teilnehmen zu können. Allein Malawi hat 200.000 Hektar Land für großflächige kommerzielle Landwirtschaft zugesagt. So wird ein legaler Rahmen für Landraub geschaffen.“

„Kanzlerin Merkel und die G7 müssen umdenken und ihre Programme mit dem Recht auf Nahrung und den Empfehlungen des UN-Komitees für Welternährungssicherheit in Einklang bringen. Es ist gut, dass die Landwirtschaft nun wieder stärker in den Fokus der Entwicklungszusammenarbeit rückt, aber wir müssen genau hinsehen, wer wirklich davon profitiert. Kleinbäuerinnen und -bauern sind das Rückgrat der afrikanischen Landwirtschaft. Es gilt, sie stärker in die Gestaltung und Umsetzung landwirtschaftlicher Strategien miteinzubeziehen und Agrarprogramme an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse der Bevölkerung anzupassen. Auch ist es wichtig, nachhaltige lokale Produktionsmethoden zu fördern, kommunale Saatgutbanken zu stärken und die lokale Bevölkerung durch unveräußerliche Landrechte vor Vertreibung zu schützen.“