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Monsanto-Mais: EU-Parlament lehnt Gentechnikimport ab

PRESSEMITTEILUNG

Straßburg. Das EU-Parlament hat heute eine Resolution gegen die Importzulassung von Gentechnik-Mais NK603 x T25 als Lebens- und Futtermittel verabschiedet. Die EU-Kommission hatte den Mais der Firma Monsanto bereits am 4. Dezember 2015 zugelassen, ohne die Abstimmung im Europäischen Parlament abzuwarten. Maria Heubuch, Bäuerin und grüne Abgeordnete im Agrarausschuss des Parlaments, kommentiert: „Die heutige Abstimmung ist ein klares Signal an die Agrarindustrie: Wir wollen keine Gentechnik in Europa. Der Schutz der Gesundheit, der Umwelt und der bäuerlichen Landwirtschaft muss an oberster Stelle stehen.  Doch die EU-Kommission behandelt das EU-Parlament mit Geringschätzung und nimmt hohe Rückstände von gesundheitsschädlichen Pestiziden in Kauf. Dieser Mais ist gegen die zwei Pestizidwirkstoffe Glyphosat und Glufosinat resistent. Bei Glyphosat geht die Weltgesundheitsorganisation davon aus, dass es wahrscheinlich krebserregend ist. Glufosinat wurde als schädlich für die Fortpflanzung eingestuft, weshalb seine EU-Zulassung 2017 ausläuft. Die EU-Kommission misst hier mit zweierlei Maß: Sie ist bereit, Mais zu importieren, der mit einem gesundheitsschädlichen Pestizid behandelt wurde, das sie auf ihrem eigenen Territorium verbietet. Das ginge auch anders. Um nicht die Gesundheit der Menschen in den Anbauländern zu gefährden, sollten nur Pflanzen importiert werden, die mit Pestiziden behandelt wurden, die auch in der EU zugelassen sind.

Anstatt die Bedenken des Europäischen Parlaments leichtfertig vom Tisch zu wischen, sollte die EU-Kommission das Zulassungsverfahren ernsthaft überarbeiten. Das jetzige Zulassungsverfahren lässt wichtige Fragen zu den Risiken für die Gesundheit und die Umwelt unbeantwortet. Die Industrie fertigt die Studien zur Sicherheit ihrer Produkte selbst an, oft mit bedenklichen Folgen. Vor kurzem kam ans Licht, dass Syngenta während des Zulassungsverfahrens mehrerer Gentechnik-Produkte andere Genveränderungen angegeben hatte, als tatsächlich durchgeführt worden waren. Solange die EU-Kommission hier keine Verbesserungen vorschlägt, werden wir Grüne weiterhin gegen Gentechnik-Importe Alarm schlagen.“