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Dumping-Fleisch zerstört das Klima EU-Parlament schreckt vor deutlicher Botschaft an die Fleischindustrie zurück

Am heutigen Donnerstag hat das Europäische Parlament Empfehlungen zur Umsetzung der Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Konservative Abgeordnete haben dabei sämtliche Empfehlungen bzgl. der industriellen Massentierhaltung aus dem Text gestrichen. Die Abgeordnete der Grünen/EFA, Maria Heubuch, kommentiert die Empfehlungen des Parlaments:

„Das Parlament hat heute keine deutliche Botschaft gesendet: Die Ziele für sauberes Wasser, gesunde Böden, biologische Vielfalt und Klimaschutz können alle nicht eingehalten werden, wenn Europa weiterhin auf die industrielle Landwirtschaft setzt. Speziell die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern aus der industriellen Massentierhaltung muss zurückgefahren werden. Dumping-Fleisch zerstört das Klima!

Es ist ein Irrsinn, dass der Fleischverzehr in Europa nach wie vor über dem von Ärzten empfohlenen Niveau liegt, die europäische Agrarpolitik aber weiterhin Megaställe und Fleisch-Werbung fördert. All dies haben konservative Abgeordnete aus den Empfehlungen herausgestrichen. Nun ist die die EU-Kommission gefordert, schleunigst eine ambitionierte Strategie für die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele zu erarbeiten.“

Die 17 Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung wurden am 25. September 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen und gelten auch für die sogenannten „entwickelten“ Länder dieser Erde.

Selbst Daten der EU-Kommission zeigen, wie fehlgeleitet die industrielle Massentierhaltung ist: Demnach werden über 50% des Getreides in der EU als Tierfutter verwendet. Doch von 100 Kalorien, die in Form von Getreide an Tiere verfüttert werden, kommen laut Forschungsarbeiten nur 17–30 Kalorien in Form von Fleisch und Milch beim Menschen an. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt, dass die anhaltende Verfütterung von Getreide die Ernährungssicherheit bedroht, da somit weniger Getreide für den menschlichen Verzehr zur Verfügung steht. Die FAO empfiehlt daher, dass Nutztiere vielmehr mit Futter gefüttert werden sollten, welches nicht für den Menschen geeignet ist: Dies sind zum Beispiel Gras, Ernterückstände oder nicht vermeidbare Lebensmittelabfälle.

Weitere Infos: Bericht des Europäischen Parlaments über die europäische Nachhaltigkeitspolitik