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Ebola: Reden ist gut, Handeln ist besser

PRESSEMITTEILUNG

Brüssel. Zur heutigen außerordentlichen Sitzung des Entwicklungsausschusses, bei der der EU-Ebola-Beauftragte und Kommissar für Humanitäre Hilfe Christos Stylianides über die Ergebnisse seiner Fact-Finding-Mission in Guinea, Liberia und Sierra Leone berichtete, erklärt Maria Heubuch, Mitglied im für humanitäre Hilfe zuständigen Entwicklungsausschuss:

"Die viertägige Reise des Kommissars in die Ebola-Region ist ein wichtiges Signal der Solidarität mit der betroffenen Bevölkerung und den mutigen HelferInnen. Stylianides' Forderungen nach verstärktem europäischem Engagement, um den Virus in den am meisten betroffenen Ländern einzudämmen, können nur unterstrichen werden. Seit Monaten fordern wir nicht nur eine Aufstockung der finanziellen Mittel, sondern auch materielle Hilfe in Form von medizinischem Personal, Ausrüstung, Behandlungszentren und der Einrichtung einer Luftbrücke. Kommissar Stylianides' Vorschlag einer genauen Bedarfserfassung kann einen wichtigen Beitrag leisten, um die Hilfsmaßnahmen besser auf die Notwendigkeiten in den betroffenen Ländern abzustimmen. Der leichte Rückgang der Neuansteckungen in Liberia darf nicht dazu führen, dass wir den Ernst der Lage wieder unterschätzen und zur Tagesordnung übergehen. In Mali, wo bereits Entwarnung gegeben wurde, treten nun erneut Ebola-Fälle auf. Langfristig muss Europa die betroffenen Länder dabei unterstützen, funktionierende Gesundheitssysteme aufzubauen. Dies ist die Grundvoraussetzung dafür, die Bevölkerung vor Ort medizinisch zu versorgen und Epidemien rechtzeitig begegnen zu können.

Ebola zeigt die Schwächen der internationalen Zusammenarbeit auf. Verspätetes, zu wenig koordiniertes und unzulängliches Handeln der Staatengemeinschaft untergräbt die Wirksamkeit der Maßnahmen. Der enttäuschende G20-Gipfel war nur ein weiteres Beispiel dafür: Es wurde zwar viel geredet, aber in der gemeinsamen Erklärung sind keine konkreten Maßnahmen zu finden. Mehr als 5100 Menschenleben sind der Seuche bereits zum Opfer gefallen. Die Ausbreitung der Epidemie hat zum völligen Zusammenbruch der lokalen Wirtschaftssysteme geführt, die Ernährungslage der Bevölkerung hat sich dramatisch verschlechtert. Zu Recht warnen Hilfsorganisationen vor einer Hungersnot."