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EU geht gegen Landgrabbing vor

Das Europäische Parlament hat heute die im Trilog mit Rat und Kommission ausgehandelte Verordnung zu landwirtschaftlichen Statistiken angenommen. Maria Heubuch, Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, kommentiert:

„Diese Verordnung zeigt, dass die EU Möglichkeiten hat, gezielt gegen Landgrabbing vorzugehen. In Zukunft müssen landwirtschaftliche Betriebe angeben, ob sie Teil einer größeren Beteiligungsgesellschaft sind. In der EU wird es dann endlich möglich sein, das Ausmaß der um sich greifenden Konzernstrukturen in der Landwirtschaft zu bestimmen.

In einem nächsten Schritt sollte auch erfasst werden, wie die jeweiligen Agrar-Holdings heißen. Nur so ist es möglich, die geplante Deckelung der EU-Subventionen pro Hektar mit Zähnen auszustatten: Wer wirklich etwas gegen die ungerechte Verteilung der Agrargelder tun will, muss auf Ebene der Holdings und Konzerne kürzen. Alles andere wäre Kosmetik.“

Hintergrund:

Am 1. Juni 2018 stellte EU-Agrarkommissar Hogan seinen Vorschlag zur Reform der EU-Agrarpolitik vor. Er enthält u.a. eine Kappung/Degression der Hektarzahlungen ab 60 000 bzw. bei maximal 100 000 € pro Betrieb und Jahr. So soll der ungleichen Verteilung der Agrarzahlungen (20% der Betriebe erhalten 80% der Zahlungen) entgegengewirkt werden. Doch bereits jetzt sind große Unternehmen oder Investoren oft in undurchsichtige Netzwerke aufgeteilt, in denen sie an mehreren Standorten jeweils einzeln Subventionen ausgezahlt bekommen. Dies untergräbt die geplante Kappung. Die neue Statistik-Verordnung wird aufzeigen, wie viele Betriebe mit welcher Fläche Teil von Beteiligungsgesellschaften sind.