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Europas Bürger sind bereit für die Agrarwende

Der EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat heute die Ergebnisse der Konsultation zur Zukunft der Gemeinsamen Landwirtschaftspolitik (GAP) vorgestellt. Mehr als 320.000 Bürger*innen, zivilgesellschaftliche und bäuerliche Organisationen, Interessensgruppen und Behörden haben an der 3-monatigen Konsultation teilgenommen. Maria Heubuch, Abgeordnete der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, ist über die hohe Beteiligung aus Deutschland (46% aller Antworten) begeistert:

„Europas Bürgerinnen und Bürger sind bereit für die Agrarwende. Das zeigt die hohe Beteiligung an der Konsultation. Gerade in Deutschland wächst das Bewusstsein, dass es so nicht weiter gehen kann.

Immer mehr Menschen schließen sich zusammen, um die Souveränität über Landwirtschaft und Ernährung zurück zu erlangen. Es gibt zahlreiche Projekte, die immer mehr Nachahmer*innen finden:

• Solidarische Landwirtschaftsprojekte bringen die Städte mit ihrem Umland zusammen.

• Per Crowdfunding organisieren engagierte Bürger*innen Zugang zu Land für Existenzgründer*innen.

• Bürgermeister*innen erklären ihre Gemeinden zu pestizidfreien Zonen und pflanzen für Bienen Blumen wie Borretsch und Bergastern.

• In Kantinen wird regionales, bio-zertifiziertes und vegetarisches Essen angeboten und gemeinsam gekocht.

Die Agrarwende ist nicht nur gesünder und schmeckt besser - sie ist auch besser für Klima, Tierschutz, Wasser, Boden und Bauernhöfe.

Die EU-Landwirtschaftspolitik muss die Signale der Bürger*innen hören. Die zukünftige GAP muss die vielversprechenden Initiativen für ein anderes Landwirtschafts- und Lebensmittelsystem zum flächendeckenden Normalzustand machen.“ Konkrete Vorschläge, wie die Wende hin zu einer umwelt- und tierfreundlichen, bäuerlichen Landwirtschaft gestaltet werden kann, haben wir Grünen bereits vorgelegt:

• Umschichtung von Direktzahlungsgeldern aus der 1. Säule in qualitativ anspruchsvolle landwirtschaftsbezogene Förderangebote in der 2. Säule.

• Volle Umschichtung der Mittel auf die jeweils ersten Hektare je Betrieb und Prüfung einer Kappung.

• Effektivere Gestaltung und Weiterentwicklung des Greening. Es muss einfacher umsetzbar sein und mehr zum Erhalt von Umwelt, Klima und Artenvielfalt in den Agrarlandschaften beitragen.

• Entwicklung von wirksamen marktpolitischen Maßnahmen und Absicherungsinstrumenten bei Marktkrisen. Zügige Einführung EU-weiter Mengenreduktionen.

 

Weitere Infos: „Bäuerlich - ökologisch – nachhaltig. Der europäischen Landwirtschaft schon jetzt eine Zukunft geben. Vorschläge zur Halbzeitbewertung und zur Neugestaltung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP)“