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Glyphosat-Sonderausschuss: Lücken in der Pestizidzulassung schließen

Bei der gestrigen Sitzung des Sonderausschusses für das Zulassungsverfahren von Pestiziden wies der Toxikologe Dr. Robin Mesnage auf Lücken in der Zulassung von Pestiziden durch die EU-Mitgliedstaaten hin.

Ausschussmitglied Maria Heubuch kommentiert:

„Nicht nur Pestizidwirkstoffe wie Glyphosat, auch die auf dem Feld tatsächlich eingesetzten Spritzmittel müssen ordentlich getestet werden. Die Spritzmittel können bis zu tausend Mal giftiger sein als der Wirkstoff allein, aber sie werden nicht ordentlich getestet. Diese Gesundheitsgefahren durch Lücken in der Pestizidzulassung dürfen nicht länger hingenommen werden. Vor allem, weil viele Pestizide jederzeit durch umweltfreundlichere Methoden ersetzt werden könnten.“

Hintergrund:

Pestizidwirkstoffe wie Glyphosat werden auf EU-Ebene zugelassen. Die Risikobewertung der auf dem Feld tatsächlich eingesetzten Spritzmittel liegt jedoch in der Verantwortung der einzelnen Mitgliedstaaten. Die Hilfs- und Beistoffe in gängigen Pestiziden können selbst giftig sein oder den Pestizidwirkstoff bis zu tausend Mal toxischer machen. Die langfristigen Risiken der Pestizide werden nicht getestet, sondern ausschließlich deren akute Toxizität. Am Beispiel von Glyphosat erläutert der Toxikologe Dr. Robin Mesnage die Gesundheitsgefahren, die dadurch entstehen:

Die langfristigen Auswirkungen von Glyphosat und glyphosat-basierten Herbiziden auf das Hormonsystem, die Mikrobiota und den Stoffwechsel sind nicht Teil der Risikobewertung durch die Behörden. Dr. Mesnage empfiehlt, die Risikobewertung entsprechend auszudehnen und dabei bei menschliche Embryonen zu beginnen, da epidemiologische Studien auf die Gefahr von Missbildungen im Mutterleib hinweisen.