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Landkonzentration: Die Kommission muss nachsitzen

PRESSEMITTEILUNG
Brüssel
Die EU-Kommission hat Empfehlungen für die Regulierung von Landverkäufen ausgearbeitet. Dies hatte das Europäische Parlament im April in dem Bericht „Aktueller Stand der Konzentration von Agrarland in der EU: Wie kann Landwirten der Zugang zu Land erleichtert werden?“ eingefordert. Hierzu sagt die Sprecherin für Landkonzentration der Grünen/EFA Fraktion, Maria Heubuch:

Die Kommission muss nachsitzen, denn so kann die voranschreitende Landkonzentration nicht aufgehalten werden. Die Kommission verliert kein Wort darüber, wie der Ausbreitung von Holding-Strukturen ein Riegel vorgeschoben werden kann.

Großflächige und undurchsichtige Holding-Strukturen haben negative Auswirkungen. Dem deutschen Fiskus entgehen jährlich Millionen an Steuergeldern, weil die Grunderwerbssteuer erst dann greift, wenn mehr als 95% der Anteile eines Unternehmens übertragen werden. Zweitens führen Holding-Strukturen dazu, dass Agrargelder nicht die Landwirte vor Ort unterstützen, sondern in den Geldbeuteln von Investoren landen. Und drittens ist die Landwirtschaft auf derartigen Großbetrieben oft von umweltschädlichen Monokulturen geprägt.

Diese Agrarkonzerne operieren oft transnational und mit raffinierten juristischen Kniffen. Deshalb müssen Mitgliedstaaten und EU-Kommission enger zusammenarbeiten, um nicht vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Wenn das Land erst einmal ausverkauft ist, ist es zu spät.