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Näherinnen brauchen den Schutz der EU vor Ausbeutung durch die Industrie

Vor fünf Jahren sind 1135 Näherinnen und Näher bei dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch ums Leben gekommen. Anlässlich des Jahrestages findet im Entwicklungsausschuss des Europäischen Parlaments eine Debatte über die Produktionsbedingungen im Textilsektor statt. Dazu sagt die Abgeordnete des Europäischen Parlaments und Sprecherin für Entwicklungspolitik der Fraktion Die Grünen/EFA, Maria Heubuch:

Der Einsturz von Rana Plaza ist eine Mahnung an Politik und Konsumentinnen. Noch heute klebt an vielen Textilien nicht nur Schweiß, sondern oft auch Blut. Zwar haben sich die Sicherheitsvorkehrungen verbessert, doch werden in der Branche die Rechte von Arbeiterinnen noch immer mit Füßen getreten.

Das Europäische Parlament hat bereits vor einem Jahr in einer Resolution verbindliche Sorgfaltspflichten der Bekleidungsindustrie, Kernarbeitsnormen für Sicherheit und Gesundheitsschutz und existenzsichernde Löhne gefordert. Seitdem ist die Kommission untätig geblieben.

In den globalen Lieferketten braucht es mehr Transparenz. Verbraucherinnen und Verbraucher, sollen besser nachvollziehen können, wo genau die Kleidung hergestellt wurde. Dafür brauchen wir endlich verbindliche Regeln für die Rückverfolgbarkeit aller Textilien.

Näherinnen brauchen den Schutz der EU vor Ausbeutung durch die Industrie. Die Kommission muss handeln, das Unglück von Rana Plaza darf sich nicht wiederholen.