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Studienvorstellung: Jeder Hof zählt - Warum bäuerliche Landwirtschaft auch wirtschaftlich mehr Sinn macht als die Agroindustrie

Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) hat ihre Wurzeln in der Nachkriegszeit, als es galt, Europa vom Hunger zu befreien. Der Produktivismus dieser Zeit wirkt bis heute in den Köpfen nach: Noch immer ist die große Mehrheit der Entscheidungsträger*innen in Politik und Wirtschaft davon überzeugt, dass eine hoch spezialisierte, industrielle Landwirtschaft effizienter sei als bäuerliche Betriebe und agrarökologische Methoden.

In der Diskussion um die anstehende GAP-Reform ist es wichtiger denn je, diesen Mythos zu zerstreuen! Es gibt viele Beispiele für sehr effiziente Bauernhöfe, die auch mit kleinem Umsatz ein besseres Einkommen und mehr Arbeitsplätze schaffen und krisenfester sind als große Betriebe. Eine wirtschaftlich interessante Perspektive bietet die Agrarökologie. Ihre wirtschaftliche Strategie besteht darin, Produktionskosten für chemische Inputs wie Stickstoffdünger und Pestizide durch Ökosystemleistungen zu ersetzen. Gleichzeitig setzt sie auf kurze, regionale Lieferketten und verarbeitete Produkte, wodurch das Einkommen pro Arbeitseinheit und pro Hektar viel höher ausfallen kann als bei industriellen Betrieben.

Ziel der Agrarpolitik muss es werden, die Höfe bei der Umstellung auf agrarökologische Methoden zu unterstützen. Zum einen, um die Umwelt und das Klima zu schonen. Zum anderen, weil es auch wirtschaftlich mehr Sinn macht und die ländlichen Regionen stärkt. Das Höfesterben ist mit 2-3% pro Jahr viel zu hoch und darf nicht länger hingenommen werden. Jeder einzelne Hof zählt und wird gebraucht, um die Agrarwende in die Tat umzusetzen!

WANN: Freitag, 26. Oktober 2018 von 14:00 bis 16:00 Uhr 

WO: Heinrich-Böll-Stiftung, Konferenzzentrum Beletage, Kl. Saal 1/2, Schumannstr. 8, Berlin   

PROGRAMM

Begrüßung: Maria Heubuch

Vorstellung der Studie: Dr. Alain Peeters, Agronom und Agrarökologe, Direktor des Forschungszentrums RHEA (Research Centre for a Sustainable Rural Development and Ecosystem Management)

Reaktion: Dr. Helmut Klüter, Geograph, ehemaliger Professor der Universität Greifswald · Diskussion mit dem Publikum

Moderation: Benny Haerlin 

Die Veranstaltung findet zweisprachig (Englisch, Deutsch) statt. 

Die Broschüre finden Sie hier.