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Tierexporte in Drittländer: Ende von Lebendtiertransporten ist überfällig

Zur heutigen Diskussion der Agrarminister*innen der Bundesländer über Tierexporte in Drittländer kommentiert Maria Heubuch, Mitglied des Landwirtschaftsausschusses des Europäischen Parlaments:

„Eine Lösung der Tierexportproblematik ist überfällig. Das Europäische Parlament hat erst kürzlich angemahnt, Dauer und Anzahl der Transporte zu reduzieren und strenger zu kontrollieren, was mit den Tieren passiert. In Länder, in denen der Tierschutz nicht gewährleistet werden kann, soll gar nicht mehr exportiert werden. Das ist ein wichtiges politisches Signal aller Fraktionen. Die Lösung liegt in regionaler Tierhaltung, kurzen Lieferketten und stressfreier Schlachtung, wie das Parlament richtig erkannt hat. Wenn wir dies anpacken, können wir drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Weniger Tiertransporte bedeuten weniger Tierleid, ein Ende der Massentierhaltung ist besser für Wasser und Böden, und drittens müssen wir nicht mehr Unmengen an Gentechnik-Soja aus Lateinamerika importieren und werden so auch unserer globalen Verantwortung besser gerecht. Ich fordere alle Agrarministerinnen und -minister der Bundesländer auf, dem Vorbild Schleswig-Holsteins zu folgen und als ersten Schritt Transporte in Länder, in denen der Tierschutz nicht gewährleistet werden kann, zu verbieten.“

Hintergrund:

Das Europäische Parlament hat am 14. Februar 2019 einen Bericht zur Umsetzung der EU- Tiertransport-Verordnung 1/2005 verabschiedet. Darin wird eine verbesserte und EU-weit einheitliche Kontrolle der Vorschriften, eine Reduktion der Anzahl und Dauer der Transporte und ein Ende von Exporten in Länder, in denen EU-Tierschutzstandards nicht gewährleistet werden können, gefordert. Der Bericht stellt außerdem fest, dass die Verordnung 1/2005 Lücken und Mängel aufweist und überarbeitet werden muss. Die EU-Kommission wird aufgefordert, eine Strategie zu entwickeln für regionale Tierhaltung, kurze Lieferketten und eine stressfreie Schlachtung.