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Verschuldung von Entwicklungsländern: EU gießt Öl in das Feuer der Schuldenkrise in Entwicklungsländern

Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Verschuldung von Entwicklungsländern angenommen. Dazu sagt die Abgeordnete des Europäischen Parlaments und Sprecherin für Entwicklungspolitik der Fraktion Die Grünen/EFA, Maria Heubuch:

Die Verschuldungskrise im globalen Süden hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verschärft. Während Entwicklungsländer früher Kredite von Institutionen wie dem Internationalen Währungsfonds erhielten, sind heute private Gläubiger die wichtigsten Geldgeber. Im Gegensatz zu Institutionen scheuen die Privaten dubiose Kreditvergabepraktiken nicht und sind bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit lax.

Mosambik etwa schlitterte im Jahr 2017 in die Zahlungsunfähigkeit, weil die Regierung von privaten Gläubigern Kredite erhielt, ohne dass diese Geldflüsse ordnungsgemäß vom nationalen Parlament genehmigt worden waren. Mosambik ist kein Einzelfall, 119 Entwicklungs- und Schwellenländer sind kritisch verschuldet, in 87 von ihnen hat sich die Schuldensituation laut neuesten Daten weiter verschlechtert. Diese Situation verschärft die EU zusätzlich, in dem sie bei der Entwicklungszusammenarbeit auf den Privatsektor, also Investitionen und Kredite, setzt.

Die EU darf nicht noch mehr Öl in das Feuer der Schuldenkrise in Entwicklungsländern gießen. Statt die Schuldenkrise mit Public-Private-Partnerships zu befeuern, muss sich die EU für die Ausarbeitung einer internationalen Strategie gegen Verschuldung in Entwicklungsländern einsetzen, fordert das EU-Parlament in der Resolution. In Zukunft muss verantwortungsvolle Kreditvergabe Priorität sein, Schuldner und Gläubiger müssen die Verantwortung für Überschuldung gemeinsam tragen.