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Welternährungstag: Agrarpolitik untergräbt Kampf gegen Hunger

Zum diesjährigen Welternährungstag am 16. Oktober erklärt die entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, Maria Heubuch:

„Bis vor Kurzem war die Ausrottung des Hungers noch greifbar, nun steigt die Zahl der Hungernden zum zweiten Mal in Folge. 821 Millionen Menschen müssen weltweit hungern. Das sind 16 Millionen Menschen mehr als im vergangenen Jahr. Um das Ziel, den Hunger bis 2030 zu beenden, zu erreichen müssen wir radikal umsteuern.

Zum Hunger in Afrika und Asien trägt auch die europäische Landwirtschaftspolitik mit bei. Sie konzentriert sich auf den Export von Lebensmitteln in andere Kontinente. Billige Milchpulverausfuhren setzen lokale Milchbauern in Westafrika unter Druck. Ghana kämpft mit europäischen Geflügelexporten zu Dumpingpreisen. Auf diese Art untergräbt Europa die Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit.

Zwar haben die negativen Auswirkungen der Europäischen Agrarpolitik auf den Globalen Süden in den letzten Jahren deutlich abgenommen, doch es besteht weiterhin Handlungsbedarf. Die anstehende Reform der Gemeinsamen Europäischen Landwirtschaftspolitik ist eine Chance. Die Europäischen Institutionen und nicht zuletzt die deutsche Bundesregierung sind am Zug ihre Politik kohärent werden zu lassen. Andernfalls gibt Europa mit einer Hand, während es mit der anderen nimmt - und der Hunger wächst weiter. “