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Kleinbäuerliche Landwirtschaft fördern, um Mangelernährung von Kindern zu bekämpfen

PRESSEMITTEILUNG

Straßburg. Mit großer Mehrheit stimmte das Europäische Parlament heute für die Annahme eines Entschließungsantrags zur Unterernährung von Kindern in Entwicklungsländern.

Maria Heubuch, Mitglied des Entwicklungsausschusses, wies auf die dringende Notwendigkeit hin, die Unter- und Mangelernährung von Kindern weltweit zu bekämpfen: "Immer noch müssen beinahe eine Milliarde Menschen hungern, immer noch sind mindestens 225 Millionen Kinder unter fünf Jahren von akuter und chronischer Unterernährung betroffen. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation ist ein Drittel der Todesfälle von Kindern weltweit auf Unterernährung zurückzuführen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, zwischen Unterernährung und Mangelernährung zu unterscheiden. Während ersteres einen Mangel an Kalorien bezeichnet, bedeutet letzteres, dass die zugeführte Nahrung nicht ausreichend Nährstoffe und andere lebensnotwendige Stoffe enthält. Hier besteht ein direkter Zusammenhang zur Ausbreitung einer monokulturellen, industriellen Landwirtschaft, die die Vielfalt der lokalen Lebensmittel verdrängt, welche einen wichtigen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung darstellen."

Bedauerlicherweise wurden alle Änderungsanträge der Grünen, die insbesondere die Unterernährung an ihren Wurzeln bekämpfen, nicht mitgetragen.

„Der Bedeutung einer vielfältigen, kleinbäuerlichen und ökologischeren Landwirtschaft zur ausreichenden Versorgung von Kindern mit hochwertigen Nahrungsmitteln sowie Zugang zu Land und den nötigen Ressourcen wurde nicht ausreichend Rechnung getragen. Investitionen in die Landwirtschaft sind in den Entwicklungsländern absolut notwendig, um Unter- und Mangelernährung zu bekämpfen. Doch nicht jede Art der Investition ist hilfreich! In vielen Fällen berauben private Investoren die lokale Bevölkerung um den Zugang zu Land und Ressourcen, die unentbehrlich für die Lebensmittelproduktion sind, um selber große Margen für den internationalen Markt zu produzieren. Zusätzlich führt die Spekulation mit landwirtschaftlichen Rohstoffen zu starken Preisschwankungen auf dem Weltmarkt, von dem viele Entwicklungsländer zur Versorgung ihrer Bevölkerung abhängig sind. Am Ende bestimmt der Börsenkurs darüber, ob ein Kind am Abend hungrig ins Bett gehen muss. Das ist unmoralisch, und dagegen müssen wir vorgehen. Armut und Hunger lassen sich durch die Unterstützung der Bäuerinnen und Bauern vor Ort wirksam bekämpfen. Durch eine Ökologisierung der Anbaumethoden kann eine Anpassung an den Klimawandel erreicht werden. Beides sind Grundelemente der Armutsbekämpfung. Ich möchte die EU auffordern, hier den Empfehlungen des ehemaligen UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Nahrung zu folgen."