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Agrarkommissar Hogan: Keine Vision für den Milchsektor

PRESSEMITTEILUNG

Brüssel. Bei der gestrigen Anhörung des EU-Agrarkommissars Phil Hogan vor dem Landwirtschaftsausschuss des Parlaments haben Abgeordnete verschiedener Fraktionen auf die prekäre Lage der Milchviehbetriebe hingewiesen und Lösungen gefordert. Hogan sprach sich dafür aus, im Krisenfall die bestehenden Instrumente einzusetzen, entwickelte aber keine darüber hinaus reichenden, vorausschauenden Lösungen für den Milchsektor.

MdEP Maria Heubuch, Milchbäuerin und als Schattenberichterstatterin mit dem Initiativ-Bericht zum Milchsektor befasst, kommentiert: "Hogans Aussagen zum Milchsektor sind mehr als enttäuschend. Der Milchsektor befindet sich in einer anhaltenden Krise. Berechnungen aus den Ländern Deutschland, Frankreich und Niederlande zeigen eine deutliche und langfristige Unterdeckung der Kosten zur Erzeugung von Milch auf. Während im Juli 2014 die deutschen Milchbauern pro Kilo Milch 38,74 Cent erhielten, betrugen die Produktionskosten 44,99 Cent. Damit beträgt das Defizit zwischen Preis und Kosten über 6 Cent.

Die immer wiederkehrenden Krisen auf dem Milchmarkt haben innerhalb der letzten zehn Jahre dazu geführt, dass jeder dritte Milchviehbetrieb in der EU vom Markt verschwunden ist. Das Ende der Milchquotenregelung ab April nächsten Jahres wird allen Prognosen zufolge zu einer weiteren Überproduktion führen und so den Preisdruck auf die Milchviehbetriebe noch verschärfen. Wir brauchen hier dringend eine Ausrichtung der Produktion an der Nachfrage, um nicht wieder Milchseen und Butterberge heraufzubeschwören. Exportsubventionen und höhere Interventionspreise sind keine Lösung, sondern führen dazu, dass unsere Überproduktion die lokalen Milchmärkte in Entwicklungsländern zerstört. In Europa ist zu erwarten, dass die Milchviehwirtschaft aus Berggebieten und Grünlandregionen verschwindet. Sowohl das Parlament als auch Milchbauern-Verbände haben praxistaugliche Vorschläge zu einer verantwortlichen Regulierung des Milchsektors gemacht. Diese Vorschläge gilt es jetzt umzusetzen!"