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Trauriger Rekord: Deutschland produziert mehr Fleisch als jemals zuvor

PRESSEMITTEILUNG

Brüssel. Deutsche Schlachthöfe haben 2014 so viel Fleisch produziert wie noch nie zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Fleischproduktion erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,3% auf einen neuen Rekord von 8,18 Millionen Tonnen .

Maria Heubuch, Bäuerin und Europaabgeordnete der Grünen/EFA-Fraktion, kommentiert: „Die legitimen Wünsche der Bürgerinnen und Bürger nach einer tier- und umweltgerechten Landwirtschaft und die Realität in den Ställen und Schlachthöfen driften immer mehr auseinander. Immer mehr Menschen achten auf Qualität, essen bewusst wenig oder kein Fleisch. Mehr als 50.000 Menschen haben zu Beginn des Jahres in Berlin für eine artgerechte Tierhaltung und gegen Massentierhaltung, Antibiotikamissbrauch und Gentech-Futtermittel demonstriert. Die EU-Kommission und die Bundesregierung halten trotzdem unbekümmert am System der industriellen Tierhaltung fest – obwohl sie wissen, dass es längst überholt ist. Über eine aggressive Handelspolitik versuchen sie, noch mehr Fleisch in alle Welt zu exportieren.

Doch eines muss klar sein: Der größte Teil dieses Fleisches stammt nicht von bäuerlichen Betrieben, sondern aus Massentierhaltungsställen, wo die Tiere dicht an dicht stehen und sich Krankheiten leicht ausbreiten können. So werden wir Probleme wie Antibiotikaresistenzen und Nitrat im Grundwasser nicht lösen können.“

Im Europäischen Parlament werden derzeit drei Verordnungsvorschläge diskutiert, um die Verwendung von Antibiotika in der Tierhaltung neu zu regeln. Hier bietet sich die Chance, die Massentierhaltung einzudämmen, so Heubuch: „Als Grüne/EFA-Fraktion setzen wir uns dafür ein, das Problem an der Wurzel zu packen. Wenn widerstandsfähige Tierrassen artgerecht gehalten werden, sind auch deutlich weniger Medikamente nötig. Den Einsatz von Reserveantibiotika in der Tierhaltung, wie vom Deutschen Bauernverband gefordert, lehnen wir ab.“