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Reisebericht der Grünen Mitglieder aus Baden-Württemberg

Vom 24. - 26. Mai 2016 haben ca. 50 Grüne Mitglieder aus ganz Baden-Württemberg Maria Heubuch im Europäischen Parlament in Brüssel besucht.

Am ersten Abend gab es eine gesellige Runde im PIN PON, ein uriges Restaurant mitten in Brüssel. Das Essen war super und dabei konnten wir unser Französisch wieder aufpolieren. Dort fand auch schon die erste Kennenlernrunde unter den Grünen statt und man konnte schön miteinander politisieren.

Am nächsten Morgen gab es eine Busfahrt durch Brüssel mit einem hervorragenden Stadtführer. Eine Art laufende Enzyklopädie, konnte man meinen.

Belgien schwankt zwischen seiner sehr liberalen Einstellung (70% der Gebäude sind wahrscheinlich nicht genehmigt und ein Bürgermeister wurde abgewählt, weil er die Bauregulierungen durchsetzen wollte) und dem Katholizismus bzw. zwischen der Säkularisierung und der Beeinflussung der katholischen Kirche.

Das Justizgebäude ist riesig, größer als der Petersdom im Vatikan und sollte die Wichtigkeit des Staates gegenüber der Kirche symbolisieren. Heute haben die Brüsseler ganz große Probleme, das Gebäude in Schuss zu halten und neulich wurde eine Ausschreibung veröffentlicht, um das Gerüst zu erneuern.

Wir haben gelernt, dass Brüssel gar nicht so groß ist, sondern nur 170 000 Einwohner hat. Die Größe kommt davon, dass direkt an die Stadt Brüssel 18 weitere Gemeinden angebunden sind.

Auffallend ist der Glanz der Stadt Brüssel mit vielen sehr teuren Geschäften und dann die ärmlichen Gemeinden, in denen auch Arbeitslosigkeit eine große Rolle spielt. Seit den Anschlägen herrscht ein gewisses Mistrauen und Menschen mit nord-afrikanischen Namen haben noch mehr Schwierigkeiten, eine Arbeitsstelle zu bekommen.

Am Nachmittag haben wir dann Maria im Parlament besucht. Wir haben erfahren, dass es drei Gremien gibt: das Parlament, die Kommission und den Rat. Zusammen bilden sie die EU. Das einzige Gremium, das offizielle Vorschläge bringen kann, ist die Kommission.

Wir konnten uns mit Maria über ihre Arbeit in den Ausschüssen für Entwicklung und Landwirtschaft austauschen und über verschiedene aktuelle Themen wie TTIP und die Milchkrise diskutieren. Maria ist die einzige Grüne Abgeordnete aus Baden-Württemberg und hat daher natürlich einen großen „Wahlkreis“ abzudecken. Meistens verbindet sie die Heimfahrten von Brüssel oder Straßburg mit dem Besuch eines Kreisverbandes und nimmt dort an Veranstaltungen teil.

Wir saßen 2 Stunden im Parlament. Es ist schon beeindruckend, wie ständig in 24 Sprachen gedolmetscht wird. Wir hatten sogar das Glück, Sven Giegold zu erleben. Die Grünen sind eine kleine Fraktion und Sven musste als Antwort auf eine Rede von Kommissar Timmermans versuchen, alles in 1 Minute 30 Sekunden zu packen. Wahrlich keine einfache Aufgabe.

Samstagabend ist die Gruppe wieder hervorragend Essen gegangen. Eine Mischung aus marokkanischen und türkischen Spezialitäten. Brüssel ist eine Stadt mit vielen Nationen, durch ihre ehemaligen Kolonien und natürlich die europäischen Institutionen.

Wir haben 2 von Marias Mitarbeiterinnen kennengelernt, Sonja, eine Polin, die in Österreich groß geworden und sehr sympathisch ist und Birgit, die Büroleiterin, die alles super organisiert hat. Markus ist mit uns gefahren und wechselt jetzt in das Büro von Sozialminister Manne Lucha.

Am letzten Tag vor der Abfahrt stand dann noch eine weitere Stadtführung auf dem Programm, diesmal zu Fuß.

Belgien hat große Probleme aber Brüssel ist eine wunderschöne und beeindruckende Stadt. Es war sehr lange die zweitreichste Stadt der Welt und dieser Reichtum und Prunk ist heute noch überall zu sehen.

Mittags sind wir alle wieder in den Bus gestiegen und Richtung Deutschland gefahren. Hier hatten wir die Chance uns auszutauschen, es sind neue Netzwerkverbindungen und politische Freundschaften entstanden, auch ein wichtiger Nebeneffekt von solch schönen Ausflügen.

Catherine Kern