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1000-Kühe-Stall in Ostrach ist Symptom einer verfehlten Milchpolitik

PRESSEMITTEILUNG

Brüssel. In der baden-württembergischen Gemeinde Ostrach soll, wenn es nach den Plänen von vier Landwirtsfamilien geht, demnächst ein Megastall entstehen, der Platz für tausend Milchkühe bietet. Eine Ostracher Bürgerinitiative hat innerhalb von zehn Tagen mehr als fünfhundert Unterschriften gegen diese agrarindustriellen Pläne gesammelt und lädt am 24.3. um 20:00 zu einer Diskussionsveranstaltung ins Haus Linzgau in Pfullendorf.

Die Leutkirchnerin Maria Heubuch, Milchbäuerin und Agrarpolitikerin der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, kommentiert: „Mit dem Bau von Megaställen verändern wir die Struktur unserer Landwirtschaft tiefgreifend und verbauen uns so die Zukunft. Durch denn Futterbedarf solcher überdimensionierten Projekte entsteht ein enormer Druck auf das verfügbare Land und die Pachtpreise. Für kleinere Betriebe wird es immer schwieriger, neben solchen Riesen zu bestehen.

Der 1000-Kühe-Stall in Ostrach ist ein Symptom einer verfehlten Milchpolitik. Angesichts der auslaufenden Milchquotenregelung und den erwarteten niedrigen Milchpreisen treten einige Landwirte die Flucht nach vorne an, um ihr Einkommen zu halten. Gülle und Dung der Tiere sollen in einer bestehenden Biogasanlage verwertet werden. So könnten nicht kostendeckende Milchpreise durch diesen Betriebszweig ausgeglichen werden. Der Milchüberschuss, der sich durch dieses und zahlreiche ähnliche Projekte in ganz Deutschland auftürmt, wird die Erzeugerpreise noch weiter unter Druck setzen und viele Höfe zum Aufgeben zwingen.

Die Zukunft liegt in einer bäuerlichen Landwirtschaft mit regional angepassten Strukturen, die lokal vorhandenes Futter und Weiden nützt, qualitativ hochwertige Produkte herstellt und den Bäuerinnen und Bauern ein faires Einkommen bietet. Dafür setze ich mich beim Bericht zum Milchpaket im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments ein.“