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Breze und Bier bei CETA nicht geschützt

PRESSEMITTEILUNG

Brüssel. Das EU-Kanada-Freihandelsabkommen CETA tritt in eine heiße Phase ein. Im Vorfeld des EU-Handelsministertreffens am 22. und 23.09. in Bratislava werden morgen tausende von Bürgerinnen und Bürgern auf Großdemonstrationen in Berlin, Stuttgart und fünf weiteren deutschen Großstädten erwartet. Maria Heubuch, Bäuerin und Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments, hat das geplante Abkommen und seine Auswirkungen auf regionale geschützte Spezialitäten analysiert.
 
Das Ergebnis: Von insgesamt 96 deutschen Spezialitäten, die einem EU-Siegel nach garantiert regional erzeugt wurden oder ein solches Siegel beantragt haben, werden nur 12 in CETA als geschützt aufgeführt. Das bedeutet, dass die 84 restlichen Spezialitäten - darunter das Oktoberfestbier und die Bayerische Breze - nach in Krafttreten von CETA in Kanada unter demselben Namen erzeugt werden können.

„Frau Merkel und Herr Gabriel wollen CETA so schnell wie möglich durchwinken. Unklar ist, nach welchen Kriterien die EU-Kommission jene 12 Produkte ausgewählt hat, die in CETA aufgenommen wurden und jene, die anscheinend weniger schutzwürdig sind. Auch wenn die EU-Siegel noch strenger werden sollten, sind sie doch eine Erfolgsgeschichte: Bäuerliche Erzeuger können mit ihnen ein höheres Einkommen erzielen, und die Verbraucher erhalten ein geprüftes Qualitätsprodukt. Bei CETA und TTIP gewinnen nur diejenigen Betriebe, die am billigsten - und damit am industriellsten - erzeugen. Beide Abkommen untergraben die bäuerliche, regionale, tier- und umweltfreundliche Landwirtschaft. Das Minimum wäre, dass alle geschützten regionalen Spezialitäten durch Kanada und die USA anerkannt werden, anstatt nach unklaren Kriterien einige zu berücksichtigen und andere nicht.

Wer sachlich analysiert, kann CETA nur ablehnen - genau wie TTIP. Alles andere ist verlogen, auch der sozialdemokratische Vorschlag, noch Nebenvereinbarungen zu versuchen. Denn jegliche zusätzliche Vereinbarungen können den ausverhandelten Vertrag nicht mehr ändern. Also muss man ihn ablehnen.“

Weitere Infos: Leitet Herunterladen der Datei einHier finden Sie zusätzliche Informationen zu den EU-Siegeln für regionale Spezialitäten sowie eine Liste, die zeigt, welche geschützten deutschen Spezialitäten in den CETA-Vertrag aufgenommen wurden und welche nicht.