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Nebenwirkungen der EU-Agrarpolitik auf Entwicklungsländer: Parlament fordert ab 2021 systematische Überwachung

Der Landwirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments hat heute Abend seine Position zur Verordnung über die Finanzierung, Verwaltung und Überwachung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2021 beschlossen. Der Entwicklungsausschuss hatte unter Federführung der Grünen/EFA-Fraktion dazu eine Stellungnahme abgegeben und für ein systematisches Monitoring der Auswirkungen der GAP auf Entwicklungsländer plädiert.

Maria Heubuch, Sprecherin für Entwicklungspolitik und Berichterstatterin für die genannte Stellungnahme, kommentiert:

„EU-Agrarförderungen müssen endlich frei von Nebenwirkungen sein. Es ist ein Skandal, dass die Europäische Union Milchpulver auf dem Weltmarkt verhökert, damit die afrikanischen Märkte überschwemmt und die Existenz lokaler Kleinbäuerinnen und -bauern gefährdet. Doch die EU hat jahrzehntelang ihre Augen verschlossen und ein Monitoring der Auswirkungen abgelehnt.

Ich bin sehr erfreut, dass der Landwirtschaftsausschuss nun endlich einsieht, dass die Agrarpolitik in Europa negative Folgen für die Menschen im globalen Süden haben kann und wir diese Auswirkungen systematisch beobachten müssen. Denn eine solide Datenlage ist die Basis um gegenzusteuern, wenn die EU durch inkohärente Agrarpolitik die Erfolge ihrer eigenen Entwicklungszusammenarbeit untergräbt."

Hintergrund:

Der Entwicklungsausschuss hatte am 12. Februar 2019 mit sehr breiter Mehrheit seine umfassende Stellungnahme an den Agrarausschuss zu besagter Verordnung verabschiedet.

Die Plenarabstimmung über das Mandat für die Verhandlungen mit dem Rat und der Europäischen Kommission („Trilog“) über die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik findet in der neuen Legislatur statt.