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Krise bei Milch und Schweinefleisch: Hogan ratlos

PRESSEMITTEILUNG

Straßburg. Zur gestrigen Anhörung mit dem EU-Kommissar für Landwirtschaft, Phil Hogan, über die angespannte Situation auf den Agrarmärkten, äußert sich Maria Heubuch, Milchbäuerin und Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Europäischen Parlament wie folgt:

„Die Preise für landwirtschaftliche Produkte wie Milch und Schweinefleisch sind seit Monaten im Keller. Die Folge ist, dass täglich allein in Deutschland mehr als 20 Höfe für immer ihre Tore schließen. Für junge Menschen wird es immer unattraktiver, die Landwirtschaft zu ihrem Beruf zu machen. Wenn wir in Europa qualitativ hochwertige Lebensmittel produzieren und die ländlichen Regionen am Leben erhalten wollen, brauchen wir eine andere Politik.

Der zuständige EU-Kommissar Hogan hat nun endlich den Ernst der Lage anerkannt und spricht von einer tiefgreifenden Krise. Doch sein Vorschlag, weiterhin auf Wachstum und Export zu setzen, geht am Kern des Problems vorbei.

Wir Grüne haben Vorschläge* auf den Tisch gelegt, um die Tiefstpreise und die Ausbeutung der Bäuerinnen und Bauern zu beenden. Konkret fordern wir, die Krise an ihrer Wurzel zu bekämpfen und jene Höfe zu unterstützen, die ihre Produktion freiwillig drosseln. Schweine sollten im Stall 10% mehr Platz bekommen, damit es den Tieren besser geht und weniger Überschuss produziert wird. Es ist klüger, erst gar keine Überschüsse zu produzieren, als diese zu Schleuderpreisen verkaufen zu müssen. Der Idee, mit europäischen Billig-Produkten die Welt ernähren zu wollen, erklären wir eine klare Absage. Vielmehr muss die Produktion an die hiesige Nachfrage angepasst werden. Das heißt: Möglichst regionale, bäuerliche, umwelt- und tierfreundliche Landwirtschaft, so wie die Bürgerinnen und Bürger es zu tausenden fordern.“

* Zu den grünen Vorschlägen siehe:

Öffnet externen Link in neuem FensterZum Vorschlag „Milchbauern in der Krise unterstützen – Krisenursachen bekämpfen.
Notmaßnahmenprogramm zur Sicherung der bäuerlichen Milcherzeugung.“ Brüssel/Berlin/Düsseldorf, 21. Februar 2016

Öffnet externen Link in neuem FensterZum Vorschlag „Weniger Menge, mehr Qualität, höhere Preise. Ohne Strukturbruch und Substanzverlust die Marktkrisen bei Milch und Schwein überwinden.“ Brüssel/Berlin/Kiel, 12. August 2015