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LANDJÄGER – Europas Äcker im Ausverkauf

Agrarflächenkonzentration bedroht nachhaltige kleine und mittelgroße Höfe und den Zugang zu Land für junge Bäuerinnen und Bauern


Broschüre und Konferenz

Ein entfesselter, spekulativer Bodenmarkt, Aufkäufe ganzer landwirtschaftlicher Betriebe durch Kapitalanleger und eine verzerrende Strukturpolitik stellen in vielen Regionen Europas eine vielfältige, solide und nachhaltige bäuerliche Landwirtschaftsstruktur in Frage.

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maria.heubuch[at]ep.europa.eu

Konferenz am 7. Dezember 2016 in Brüssel: Zugang zu Land für Bäuerinnen und Bauern in der EU. Herausforderungen im Kontext zunehmender Landkonzentration.

Video der Konferenz

Power-Point-Präsentationen der Konferenz

Video: Interview mit Maria

Video: Der Run aufs Ackerland

Ist Frankreich ein Modell für Europa?

Leitet Herunterladen der Datei einInterview mit Sjoerd Wartena

 

Landgrabbing in Perspektive setzen: Deutschland, Europa und die Welt

Landgrabbing ist ein weltweites Problem – nicht nur in Afrika und Osteuropa, sondern auch bei uns gibt es einen schleichenden Prozess der Landkonzentration.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über maßgebliche Politikprozesse auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.

Deutschland

Grunderwerb, Pacht, Landnutzung und Besteuerung von Landtransaktionen fallen in die Hoheit der europäischen Mitgliedstaaten. Letztlich entscheiden die nationale Bodenpolitiken und deren Umsetzung darüber, ob Landjägerei kontrolliert und begrenzt wird. In Deutschland sind seit der Föderalismusreform von 2006 die Bundesländer für den Bodenmarkt zuständig. Sie alleine können seitdem das Grundstückverkehrs-, das Pachtverkehrs- und das Reichssiedlungsgesetz (GrdstVG, LPachtVG und RSiedlG) an neue Herausforderungen anpassen. Für ambitionierte Landesregierungen bieten sich hier interessante Gestaltungsmöglichkeiten.

Bericht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Bodenmarktpolitik“ AMK-Bericht, März 2015

Im Koalitionsvertrag der deutschen Bundesregierung heißt es, die Regierung werde die rechtlichen Instrumentarien der Kontrolle des unmittelbaren und mittelbaren Erwerbs landwirtschaftlicher Flächen durch nicht-landwirtschaftliche und überregionale Investoren prüfen. Vor diesem Hintergrund wurde eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe mit der Aufgabe befasst, Ziele und Handlungsoptionen zur Bodenmarktpolitik zu entwickeln. Ihr Abschlussbericht verweist auf wesentliche Schwachstellen der gegenwärtigen staatlichen Kontrolle des Verkaufs und der Verpachtung von landwirtschaftlichen Nutzflächen und macht eine Reihe von Vorschlägen, die sich sinnvoll nur im Rahmen einer Neufassung von GrdstVG, LPachtVG und RSiedlG realisieren lassen.

Bundesverband der gemeinnützigen Landgesellschaften – BLG

Aufgabe der gemeinnützigen Landgesellschaften ist es, die Struktur der Landwirtschaft und der ländlichen Räume zu verbessern. Um Bodenspekulation zu vermeiden, sind die Landgesellschaften mit dem Vorkaufsrecht nach dem Grundstückverkehrsgesetz ausgestattet. Etwa 65.000 Hektar Land werden derzeit von den Landgesellschaften verwaltet. Auf der Homepage des BLG finden sich bodenpolitische Vorschläge und Gutachten, etwa zur Frage, wie Landkonzentration durch Anteilskäufe gesetzlich begrenzt werden kann.

Bündnis Junge Landwirtschaft Das Bündnis junge Landwirtschaft ist eine Initiative junger Bäuer*innen, Azubis, Student*innen und weiterer Engagierter, die setzt für besseren Zugang zu Land für Neueinsteiger einsetzen (siehe Forderungen). Anhand konkreter Beispiele hat das Bündnis mehrfach auf Defizite der aktuellen Bodenpolitik hingewiesen (z.B. hohe Intransparenz bei der Vergabe staatlicher Flächen durch die BVVG), die bei einer Anwendung der UN-Landleitlinien geändert werden müssten.

Überregional aktive Kapitaleigentümer in ostdeutschen Agrarunternehmen: Entwicklungen bis 2017. Andreas Tietz, Thünen Report 52, 2017

Forscher des bundeseigenen Thünen-Instituts haben 2017 in einer Studie die Eigentumsverhältnisse der Landwirtschaft in Ostdeutschland untersucht.Die Ergebnisse:

Konzentration: 34 Prozent der 853 untersuchten Landwirtschaftsbetriebe in den neuen Bundesländern gehörten Anfang 2017 Großinvestoren. 2007 waren es nur 22 Prozent gewesen.

Eigentümerwechsel: 157 Unternehmen wurden in den vergangenen zehn Jahren verkauft. 72 Prozent der übernommenen Unternehmen gingen an Investoren, die mehr als 50 Kilometer vom Firmensitz entfernt wohnen und in einer anderen Region wirtschaftlich tätig sind.

Fachfremdheit: 30 Prozent der 157 Firmen wurden an landwirtschaftsnahe Investoren übertragen. 42 Prozent gingen an andere Anleger, die nichts mit der Branche zu tun haben.

Anteilskäufe: Über den Verkauf von Kapitalanteilen an Agrarunternehmen geht immer mehr Fläche an Investoren über. Während der Kauf von Landwirtschaftsfläche nach dem Grundstückverkehrsgesetz behördlich genehmigt werden muss, sind die sogenannten Share Deals bislang nicht gesetzlich reguliert. „Die Entwicklung führt dazu, dass das Grundstückverkehrsgesetz in Ostdeutschland faktisch zunehmend an Wirksamkeit verliert“, sagt der Studienautor Andreas Tietz.

Studie „Land[frei]kauf - Bodenmarkt und neue Eigentumsformen im Ökologischen Landbau“ Titus Bahner et al. im Auftrag von Internationaler Verein für biologisch-dynamische Landwirtschaft, Oktober 2012

Die Studie bietet einen historischen Überblick des Bodeneigentums. Sie vergleicht den Bodenmarkt in Deutschland, Litauen, Frankreich und Dänemark und geht auf das Problem des Landgrabbings in Entwicklungsländern ein. Sie bleibt aber nicht bei einer reinen Problemanalyse stehen, sondern zeigt eine Vielfalt an Lösungsansätzen auf, die von Schenkungen bis hin zu zeitlich begrenzten Investitionen reichen. Ziel ist es, Land mit Beteiligung von interessierten Menschen langfristig für eine ökologische, bäuerliche Nutzung zu sichern und kooperative Formen des Wirtschaftens zu entwickeln. Die Studie ist auch auf Englisch verfügbar.

Blog „Ostdeutsche Bodenpolitik“

Der von Dr. Jörg Gerke betriebene, kenntnisreiche Blog möchte dazu beitragen, dass die „wirtschaftlich schädliche, sozial ungerechte und den Markt verzerrende“ ostdeutsche Bodenpolitik nicht weiter andauert.

Aufarbeitung der Geschichte und Bewältigung von Folgen der SED-Diktatur und des Übergangs in einen demokratischen Rechtsstaat im Land Brandenburg. Abschlussbericht der Enquete- Kommission 5/. Schriften des Landtages Brandenburg Heft 5/2014

Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich ein historischer Beschluss: Erstmals hat ein ostdeutsches Parlament, zudem noch einstimmig über alle Fraktionen hinweg, Empfehlungen zu bodenpolitischen Reformen verabschiedet. Die Enquete-Kommission des Brandenburger Landtags hat die Kollektivierung landwirtschaftlicher Flächen und ihre Re-Privatisierung nach der Wende kritisch aufarbeitet. Ihr Bericht problematisiert die mangelhafte Wertschöpfung und geringen Arbeitsplatzeffekte der großstrukturierten und hochsubventionierten Landwirtschaft, die zu einer regelrechten Entvölkerung des ländlichen Raums führe. Die Empfehlungen an die Landesregierung beruhen auf zahlreichen Anhörungen und wissenschaftlichen Gutachten.

Wertschöpfung und Erzeugerstrukturen in der Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Helmut Klüter. In HRG: J. Kröger, T. Beil, B. Roloff: Aktionsprogramm nachhaltige Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. 2015, Schwerin.

Der Artikel zeigt anhand von Mecklenburg-Vorpommern, dass die ostdeutschen Großbetriebe in Bezug auf ihre Fläche nur eine sehr geringe Wertschöpfung erzielen. Das Bundesland hat mit durchschnittlich 290 Hektar je Betrieb die größten landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland. Die Flächenproduktivität liegt aber mit 777 € je Hektar stark unter dem Durchschnitt, und es arbeiten mit 1,7% nur etwa halb so viele Menschen in der Landwirtschaft wie in anderen Bundesländern. „Selbst das relativ kleine, gebirgige Rheinland-Pfalz übertrifft Mecklenburg-Vorpommern [bei der landwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung] bei weitem“, so der Autor Helmut Klüter, ein Geograph aus Greifswald. Der Autor belegt mit statistischen Daten den direkten Zusammenhang zwischen der auf industrielle Billigproduktion ausgerichteten, großflächigen Agrarstruktur und der geringen Wertschöpfung. Ein ähnliches Gutachten liegt auch zur Landwirtschaft in Brandenburg vor.

Zahlen des Statistischen Bundesamts zu Agrarstruktur und Bodenpreisen

Agrarstrukturerhebung: Eigentums- und Pachtverhältnisse

Wie im Agrarstatistikgesetz vorgesehen, führt das Statistische Bundesamt alle drei Jahre eine repräsentative Stichprobenerhebung zur Agrarstruktur durch.

Kaufwerte für landwirtschaftliche Grundstücke

Die auf der Grundlage des Gesetzes über Preisstatistiken geführten Kaufwertestatistiken der Statistischen Ämter sind die einzige bundesweit verfügbare Quelle zur Darstellung von Niveau und Entwicklung der Bodenpreise bzw. Kaufwerte. Diese Publikation wertet jährlich die entsprechenden Daten aus.

Hintergrundinformationen der landwirtschaftliche Rentenbank „Boden – begehrt, begrenzt, (un)bezahlbar“ (2014)

Positionspapier des Deutschen Bauernverbandes zum Bodenmarkt (Oktober 2014)

Wem gehört das Land? – Der Kampf um den Boden. Positionspapier der linken Bundestagsfraktion (Mai 2015)


Europa

Obwohl Landfragen in erster Linie auf nationaler und regionaler Ebene geregelt sind, werden sie von folgenden EU-Politikbereichen beeinflusst:

- Landwirtschaftspolitik

- Umweltpolitik

- Regionalpolitik, Mobilität und Verkehr

- Finanz- und Investitionspolitik

Es fehlt jedoch eine koordinierte europäische Gesetzgebung, die sich explizit mit dem Thema Bodenmarkt befasst. In Folge der Debatte um Landgrabbing in den Ländern des globalen Südens rückt der landwirtschaftliche Bodenmarkt in Europa auch verstärkt auf die Agenda der europäischen Institutionen. Nicht zuletzt hat das Europäische Parlament im April 2017 eine Entschließung mit weitreichenden Forderungen verabschiedet. Hier ein Überblick über die Diskussion:

 

Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, 2014

Im Jahr 2014 beschloss der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss, eine Stellungnahme zum Thema „Jagd nach Agrarland – ein Alarmsignal für Europa und eine Bedrohung für bäuerliche Familienbetriebe“ auszuarbeiten. Der Ausschuss befragte öffentliche und private Akteure und die Zivilgesellschaft und organisierte eine Reise nach Rumänien, um die Situation vor Ort kennenzulernen. In seiner Stellungnahme fordert der Ausschuss u.a., über eine Einschränkung des Kapitalverkehrs bei Landkäufen zu diskutieren. Im Sinne der Ernährungssicherheit und einer nachhaltigen Landwirtschaft sollten die EU-Mitgliedstaaten mehr Möglichkeiten erhalten, ihren Bodenmarkt zu regulieren.

Petition an das Europäische Parlament, 2015

Mehr als siebzig europäische und nationale zivilgesellschaftliche Organisationen haben sich im Jahr 2015 mit der Petition „Europäisches Ackerland als unser gemeinsames Gut erhalten und verwalten: Ein Aufruf zivilgesellschaftlicher Organisationen zu nachhaltiger und gerechter EU-Bodenpolitik“ an das Europäische Parlament gewandt. Sie fordern das Parlament zu einer Positionierung und die EU-Kommission zu einer Weiterentwicklung ihrer Politik auf.

Studie „Ausmaß des Landgrabbings in der EU“, 2015, in Auftrag gegeben vom Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments

Die Studie des Transnational Institute (TNI) untersucht großflächige Landkäufe und Landkonzentration innerhalb der EU. Sie geht der Frage nach, welche Faktoren zu Landgrabbing beitragen und beleuchtet die Auswirkungen auf Ernährungssicherheit, Ernährungssouveränität, ländlichen Arbeitsmarkt und ökologische Nachhaltigkeit. Sie untersucht, was die Umsetzung der Landnutzungs-Leitlinien der UNO im europäischen Kontext bedeuten.

Offizielle Antwort der EU-Kommission auf die Studie „Ausmaß des Landgrabbings in der EU“

Es ist äußerst unüblich, dass die EU-Kommission eine offizielle Antwort auf eine Studie des Landwirtschaftsausschusses gibt. In diesem Fall fühlte sich die EU-Kommission jedenfalls dazu bemüßigt - und übte eine vernichtende Kritik der Studie. So sei die Datenbasis nicht ausreichend, um von Landgrabbing in Europa zu sprechen. Das Höfesterben wiederum verniedlicht die EU-Kommission als „natürlichen und sogar notwendigen Prozess des Strukturwandels“.

Entschließung des Europäischen Parlaments, April 2017

Im April 2017 hat das Europäische Parlament die Entschließung „Aktueller Stand der Konzentration von Agrarland in der EU: Wie kann Landwirten der Zugang zu Land erleichtert werden?“ verabschiedet. Die drei Hauptziele der Entschließung sind:

1. Verbesserung der Datenbasis und Sensibilisierung für die Entwicklungen auf den landwirtschaftlichen Bodenmärkten in Europa (Verkaufs- und Pachtpreise, Landverteilung);

2. Die EU-Kommission wird aufgefordert, den Mitgliedstaaten Leitlinien zur Verfügung zu stellen, wie sie die Landkonzentration im Einklang mit dem EU-Recht begrenzen können;

3. Eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), um Anreize für die Konzentration von Ackerland in den Händen von Spekulanten und Agrarkonzernen zu vermeiden.

Berichterstatterin war die sozialdemokratische Abgeordnete Maria Noichl, ich habe die Entschließung für die Grüne Fraktion als Schattenberichterstatterin betreut.

Empfehlungen der EU-Kommission für die Regulierung von Landverkäufen, Oktober 2017

Im Oktober 2017 hat die EU-Kommission Empfehlungen für die Regulierung von Landverkäufen vorgelegt. Sie sollen den Mitgliedstaaten dabei helfen, die Landkonzentration im Einklang mit dem EU-Recht zu begrenzen. Dies hatte das Europäische Parlament im April 2017 in seiner Entschließung „Aktueller Stand der Konzentration von Agrarland in der EU: Wie kann Landwirten der Zugang zu Land erleichtert werden?“ eingefordert. Auch wenn die Empfehlungen an sich zu begrüßen sind, bleiben wichtige Fragen ungelöst, vor allem die Eindämmung von Landkonzentration durch Anteilskäufen an Unternehmen. Mehr Informationen in meiner Pressemitteilung Landkonzentration: Die Kommission muss nachsitzen.

Offizielle Antwort der EU-Kommission auf die Entschließung des Parlaments, September 2017

Die offizielle Antwort der EU-Kommission auf die weitreichenden Forderungen des Parlaments ist enttäuschend. An mehreren Stellen wurden die Forderungen zitiert, aber wichtige Teile davon ausgelassen. Stattdessen steht dann „Klammer auf - Punkt, Punkt, Punkt - Klammer zu“ - ganz so als ob es sich um Nebensächlichkeiten handeln würde, die man leicht beiseitelassen könne. Konkret betrifft dies folgende Forderungen:

- Die EU-Kommission soll eine Studie zu Landkonzentration durchzuführen, um u.a. „die Risiken einer solchen Konzentration für die Sicherheit der Versorgung mit Nahrungsmitteln, für Beschäftigung, Umwelt, Bodenqualität und für die Entwicklung des ländlichen Raums zu analysieren“.

- Die Frage der Anteilskäufe an landwirtschaftlichen Flächen wurde doppelt ausgeklammert, zum einen bei der Erhebung von Daten zu Anteilskäufen und bei den Empfehlungen, wie Anteilskäufe im Einklang mit dem EU-Recht begrenzt werden können.

- Das Parlament fordert eine Konsultation mit bäuerlicher und zivilgesellschaftlicher Beteiligung, doch die EU-Kommission will nur „Stakeholder“ miteinbeziehen - also nur jene, die ein definiertes Interesse haben.

Brief des Vorsitzenden des Landwirtschaftsausschusses an die EU-Kommission, Februar 2018

Der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses des Europäischen Parlaments, Czesław Adam Siekierski, hat die EU-Kommission darauf hingewiesen, dass wichtige Forderungen des Parlaments in der offiziellen Antwort der EU-Kommission weder zitiert noch beantwortet werden. Er bitte die Kommission, dem Parlament konkrete Antworten auf seine Empfehlungen zu geben.

 

Weitere Hintergrundinfos:

AEIAR: Entwicklung der Agrarstrukturen in Europa. Bodenmarktpolitik, Regulierung und Instrumente  November 2015

Die Europäische Vereinigung der Institutionen für die Entwicklung des ländlichen Raumes (AEIAR) hat eine Studie zur Bodenmarktpolitik in sieben europäischen Ländern veröffentlicht. Motiviert wurde sie dabei durch die Veränderungen in der europäischen Landwirtschaft: Die Ernährungssouveränität nimmt ab, die Konkurrenz um Land verschärft sich, und der bestehende Gesetzesrahmen ist nicht mehr zeitgemäß. Die Studie zeigt, wie unterschiedlich die Situation in den Ländern Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Litauen, Polen und Ungarn ist. Sie betont, wie wichtig es ist, den Bodenmarkt stärker gesetzlich zu regulieren, damit das Land in den Händen von bäuerlichen Familienbetrieben bleibt. Die Studie ist auf Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar.

Land concentration, land grabbing and people’s struggles in Europe Juni 2013, Hands off the land coalition und ECVC.

Die bisher umfassendste Studie zu Landgrabbing in Europa, mit Texten zu Frankreich, Andalusien, Deutschland, Italien, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Ukraine, Polen und Irland.

Hands on the Land for Food Sovereignty

Hands on the Land ist eine Koalition aus sechzehn Organisationen, die sich in den Bereichen bäuerliche Landwirtschaft, Entwicklung, Umwelt, Menschenrechte, Soziales und Forschung engagieren. Ihr Ziel ist es, das gesellschaftliche Bewusstsein zur Nutzung von Land, Wasser und anderen natürlichen Ressourcen zu stärken. Die Koalition möchte herausarbeiten, wie diese Fragen mit dem Recht auf Nahrung und Ernährungssouveränität zusammenhängen. Das tut sie mittels wissenschaftlichen Untersuchungen, öffentlichen Veranstaltungen, Fortbildungen, Lobbyarbeit. Sie wendet sich an europäische Bürgerinnen und Bürger, PolitikerInnen, JournalistInnen, NGOs, AktivistInnen, LehrerInnen, Studierende und SchülerInnen.

Access to Land – A European network of grassroots organisations securing land for agroecological farming

Access to Land (auf Deutsch: Zugang zu Land) ist ein Netzwerk von Graswurzelorganisationen aus ganz Europa. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Land für agrarökologische Bewirtschaftung und für junge Menschen, die in die Landwirtschaft einsteigen wollen, zu sichern. Auf der Website des Netzwerks finden sich ein Verzeichnis von 60 Organisationen, Länderanalysen, vorbildliche Beispiele, und eine umfangreiche Bibliographie.

Releasing the True value of land: the land market and new forms of land ownernship for organic agriculture, International Biodynamic Association, 2012.

Die Studie im Auftrag der Internationalen Biodynamischen Vereinigung (IBDA) wurde zuerst auf Deutsch verfasst. Aufgrund der hohen Relevanz des Themas wurde 2012 eine internationale Version auf Englisch veröffentlicht. Sie bietet einen historischen Überblick des Bodeneigentums. Sie vergleicht den Bodenmarkt in Deutschland, Litauen, Frankreich und Dänemark und geht auf das Problem des Landgrabbings in Entwicklungsländern ein. Sie bleibt aber nicht bei einer reinen Problemanalyse stehen, sondern zeigt eine Vielfalt an Lösungsansätzen auf, die von Schenkungen bis hin zu zeitlich begrenzten Investitionen reichen. Ziel ist es, Land mit Beteiligung von interessierten Menschen langfristig für eine ökologische, bäuerliche Nutzung zu sichern und kooperative Formen des Wirtschaftens zu entwickeln. Die Studie ist auch auf Deutsch verfügbar.

VOLANTE – Visions of land use transitions in Europe

Eurostat: Landwirtschaftlich genutzte Fläche in der EU von 2003 bis 2013 konstant, doch Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sank um mehr als ein Viertel. November 2015

Agrosynergie: Evaluierung der strukturellen Wirkungen von Direktzahlungen. Juli 2013

CEPS: Direktzahlungen und Landpachten in den neuen Mitgliedstaaten August 2013

Pressures on prime agricultural land in Europe Verzandvoort S, Rietra R., Hack M. Alterra, Wageningen UR, November 2009.

International

Leitlinien zur verantwortungsvollen Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern. Vereinte Nationen, Mai 2012

Die Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern im Rahmen der nationalen Ernährungssicherheit wurden am 11. Mai 2012 offiziell von den 125 Mitgliedsländern des Ausschusses für Welternährungssicherung (CFS) der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO angenommen. Sie sind das erste völkerrechtliche Instrument, das sich der sehr komplexen Landfrage widmet. Sie bilden einen Meilenstein im jahrzehntelangen Kampf von KleinbäuerInnen, Landlosen, FischerInnen, HirtInnen und indigenen Völkern für einen gerechten Zugang zu den natürlichen Ressourcen für die Nahrungsmittelproduktion. Empfehlungen zur Umsetzung finden sich unter anderem in einer Studie von Claire Guffens und Florence Kroff (FIAN Belgien) sowie in der Studie Land concentration, land grabbing and people’s struggles in Europe.

Land Matrix

Seit 2012 sammelt die Initiative Land Matrix weltweit Daten zu großflächigen Landkäufen, um für verbesserte Transparenz zu sorgen. Es wurden bereits Daten zu 1200 abgeschlossenen Landübernahmen weltweit gesammelt. Das entspricht mehr als 42 000 000 Hektar Land, die von lokaler oder gemeinschaftlicher Nutzung in kommerzielle Nutzung übergeführt wurden.

Bodenatlas – Daten und Fakten über Acker, Land und Erde. Heinrich-Böll-Stiftung, IASS, BUND, Le Monde diplomatique. Januar 2015

Zum internationalen Jahr des Bodens präsentiert der Bodenatlas Daten und Fakten über die Bedeutung und den Zustand von Land, Böden und Ackerflächen in Deutschland, Europa und weltweit. In bewährter Tradition bietet der Bodenatlas in zahlreichen Grafiken und Textbeiträgen einen aktuellen Einblick in den Zustand und die Gefährdung der Böden, von denen wir leben. Der Bodenatlas liegt in einer gedruckten Version vor, als PDF und als Online-Dossier.

Boden und Land in der internationalen Nachhaltigkeitspolitik – von der globalen Agenda zur lokalen Umsetzung. Linz, Franziska; Lobo Alva, Yvonne. April 2015

 

 

Graphiken zur Landjäger-Studie

Die Graphiken finden Sie in unterschiedlichen Formaten hier zum Download.

Entschließung des Europäischen Parlaments

Was die EU tun kann, um die Landkonzentration zu stoppen, erkläre ich in dem Artikel "Land ist keine Ware ". Die Entschließung des Europäischen Parlaments und alle weiteren Unterlagen findet ihr hier


 

 


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